Kostenloser Online-Kurs: Einführung in die Wikipedia

Lerne in vier kostenlosen Einheiten a 30 Minuten die Grundlagen der Wikipedia für gemeinnützige Organisationen. Mit Blick auf die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln der Wikipedia. Von einfachen Änderungen bis hin zur Anlage von eigenen Artikeln.

Übersicht: 4 Kurseinheiten

Klappe die Einheiten auf, um die Inhalte zu sehen. Über den Button kommst du zur jeweiligen Einheit.

  • Grundsätze der Wikipedia
  • Rechte und Rollen
  • Wikipedia bearbeiten

  • Verlinkung
  • Aussagen belegen
  • Kommunikation innerhalb der Wikipedia
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  • Infoboxen, Vorlagen, Kategorien
  • Bilder und Datenbanken, die Schwesterprojekte der Wikipedia
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  • Relevanzkriterien
  • Umgang mit Befangenheit
  • Aufbau und Neuanlage von Artikeln
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Grundlagen: Die Wikipedia verstehen und bearbeiten

Die Wikipedia ist das größte frei zugängliche Nachschlagewerk der Welt – und jeder kann daran mitarbeiten. Gerade für gemeinnützige Organisationen bietet sie eine einzigartige Möglichkeit, Wissen aus der Zivilgesellschaft so aufzubereiten, dass es der Allgemeinheit als freies Wissen zur Verfügung steht.

Dabei ist der richtige Blickwinkel entscheidend: Es geht nicht darum, die eigene Organisation in der Wikipedia zu „präsentieren". Wikipedia ist ein Lexikon, keine Werbeplattform. Im Folgenden findest du eine praxisnahe Anleitung – von den Grundsätzen über die tägliche Arbeit bis hin zur Anlage eigener Artikel.

Die wichtigsten Grundsätze

Neutralität: Wikipedia-Artikel sollen einen neutralen Standpunkt haben. Das ist keine Selbstdarstellung wie auf einer Organisationswebsite. Wenn es zu einem Thema Kritik oder Kontroversen gibt, dann wird in der Wikipedia darüber berichtet – aber eigene Meinungen oder persönliche Erfahrungen gehören nicht hinein.

Belegbarkeit: Aussagen müssen mit öffentlich einsehbaren Quellen belegt werden. Wikipedia ist nicht der Ort, an dem „neue Fakten" zum ersten Mal auftauchen. Was nicht belegbar ist, hat in einem Artikel keinen Platz – selbst wenn man es „besser weiß".

Relevanzkriterien: Gerade im gemeinnützigen Bereich oft wichtig: Wikipedia schützt sich davor, dass sehr kleine Themen oder Organisationen Artikel bekommen, die am Ende nur von der Organisation selbst gepflegt werden. Vereinfacht: Je mehr unabhängige Berichterstattung es gibt, desto „relevanter" ist ein Thema.

Konsens und Selbstverwaltung: Wikipedia hat keine zentrale Redaktion. Die Community organisiert sich selbst und trifft inhaltliche Entscheidungen gemeinsam. Das kann ungewohnt sein – ist aber ein Kernprinzip des Projekts.

Freies Wissen: Alle Inhalte sollen frei nutzbar sein. Urheberrechtlich geschützte Texte oder Bilder dürfen nicht einfach übernommen werden.

Rechte & Rollen: Warum ein Account sinnvoll ist

Grundsätzlich kann jede Seite bearbeitet werden – aber in der Praxis gibt es Abstufungen. Änderungen von neuen Accounts (oder ohne Account) werden häufiger kontrolliert (Stichwort „Sichtungen"). Mit einem Account, der eine Weile aktiv ist, wird das Arbeiten einfacher: weniger Captchas, mehr Möglichkeiten, und irgendwann der Status als „passive Sichterin / passiver Sichter" – dann sind deine Änderungen sofort für alle sichtbar.

Für den Sichterstatus benötigst du: einen Account, der mindestens 30 Tage existiert, mindestens 50 gesichtete Bearbeitungen auf mindestens 8 Artikeln, sowie 7 Bearbeitungen mit jeweils mindestens 3 Tagen Abstand.

So bearbeitest du Seiten: Visual Editor vs. Quelltext

Jede Wikipedia-Seite hat einen typischen Aufbau: eine kurze Einleitung, dann den eigentlichen Inhalt mit Überschriften, und am Ende Quellen sowie Kategorien. Bearbeiten kannst du entweder mit dem Visual Editor (wie ein einfacher Texteditor) oder im Quelltext-Modus (mit Wiki-Syntax). Für den Einstieg ist der Visual Editor oft der angenehmere Weg.

Erste Schritte: Einfache Bearbeitungen

Zum Einstieg empfiehlt es sich, auf der Wikipedia-Spielwiese zu üben: Links setzen, Überschriften erstellen, Listen formatieren. Danach kannst du in echten Artikeln kleine, unkritische Verbesserungen machen – Rechtschreibung, Kommas, bessere Formulierungen –, ohne gleich neue Inhalte einzubringen, die intensive Belege erfordern.

Verlinkung, Belege und Kommunikation

Sobald du erste einfache Bearbeitungen gemacht hast, lohnt es sich, tiefer in die Mechanismen der Wikipedia einzusteigen. Drei Bereiche sind dabei besonders wichtig: Verlinkung, Belege und die Kommunikation innerhalb der Community.

Verlinkung: Wie Wikipedia-Artikel miteinander verknüpft sind

Wikipedia hat keine klassischen Menüs oder Seitenbäume, sondern funktioniert über interne Links (blaue Links). Diese verbinden die Artikel untereinander und machen das „Surfen" von Thema zu Thema möglich. Im Quelltext werden Links mit eckigen Klammern erzeugt, im Visual Editor geht es noch einfacher.

Wichtige Regeln:

  • Verlinke nur, was hilfreich ist und bereits einen eigenen Wikipedia-Artikel hat
  • Jeder Begriff wird in der Regel nur beim ersten Vorkommen verlinkt (nicht bei jeder Erwähnung)
  • Rotlinks verweisen auf noch nicht existierende Seiten – werden heute nur noch selten verwendet

Externe Links (zu Webseiten außerhalb der Wikipedia) kommen im normalen Text nicht vor. Sie werden hauptsächlich als Quellenbelege (Fußnoten) verwendet oder am Ende des Artikels unter „Weblinks" aufgeführt. In Infoboxen kann ebenfalls ein Link zur offiziellen Webseite einer Organisation stehen.

Belege: Das Herzstück der Wikipedia

Noch wichtiger als Links sind Belege. Die Grundregel: Alles, was nicht trivial ist, muss mit einer externen Quelle belegt sein. Wikipedia ist kein Ort für neues Wissen oder eigene Erfahrungen – alles muss bereits veröffentlicht und öffentlich einsehbar sein.

Belege funktionieren wie Fußnoten: Kleine hochgestellte Zahlen im Text verweisen auf die Quellen am Ende des Artikels. Das können Bücher, wissenschaftliche Publikationen, Artikel aus Nachrichtenmedien oder (in Ausnahmen) Webseiten sein. Quellen müssen nicht frei verfügbar sein – auch Bücher oder Artikel hinter einer Paywall sind erlaubt.

Hierarchie der Quellen:

  • Wissenschaftliche Publikationen sind bevorzugt
  • Neutrale, renommierte Medien (idealerweise bundesweit relevant)
  • Weblinks sind eher unbeliebt (außer es gibt einen guten Grund)
  • Eigene Dokumente oder persönliche Erfahrungen sind nicht erlaubt

Im Visual Editor kannst du Belege automatisch einfügen (z. B. per URL oder ISBN-Nummer) oder manuell erstellen. Wenn eine Quelle mehrfach verwendet wird, kannst du sie „weiterverwenden" – sie erscheint dann an mehreren Stellen mit derselben Fußnotennummer.

Kommunikation in der Wikipedia

Jede Seite in der Wikipedia hat eine eigene Diskussionsseite. Dort diskutieren Autorinnen und Autoren öffentlich – zum Beispiel über geplante Änderungen, Unklarheiten oder Kritikpunkte. Du kannst andere Nutzerinnen und Nutzer mit einem „@" erwähnen, um sie auf einen Beitrag aufmerksam zu machen.

Wichtige Faustregel: Gib jeder Diskussion mindestens eine Woche Zeit, bevor du größere Änderungen umsetzt. So können alle Beteiligten reagieren.

Mit der Beobachtungsliste (Stern-Symbol) kannst du Artikel verfolgen und wirst über Änderungen informiert. Seiten, die du bearbeitest, werden automatisch beobachtet. Die Beobachtungsliste findest du im Hauptmenü – dort siehst du alle aktuellen Änderungen auf einen Blick.

Aufgaben für den Einstieg

  • Ergänze Artikel mit Belegen in Bereichen, in denen du dich auskennst
  • Schau dir Seiten mit fehlenden Belegen an (z. B. die Wartungsliste „Vereine ohne Belege")
  • Besuche Diskussionsseiten von Artikeln, die dich interessieren
  • Wirf einen Blick auf die Löschkandidaten des Tages – eventuell kannst du helfen, Artikel zu verbessern

Vorlagen, Infoboxen und Medien

Neben reinem Text bietet die Wikipedia zahlreiche Werkzeuge, um Artikel strukturiert und visuell ansprechend zu gestalten. Die wichtigsten davon sind Vorlagen, Infoboxen, Kategorien, Wikimedia Commons (die Mediendatenbank) und Wikidata (die strukturierte Datenbasis).

Vorlagen: Abkürzungen für komplexe Inhalte

Vorlagen sind eine zentrale Funktion der Wikipedia, um wiederkehrende oder komplexe Inhalte einfach einzubinden. Eine Vorlage kann vieles sein: ein Textbaustein, ein Wartungshinweis, eine Infobox oder eine Formatierungshilfe.

Beispiele für Vorlagen:

  • Wartungsbausteine wie „Belege fehlen" – sie erscheinen als farbige Kästen am Anfang eines Artikels
  • Wiederkehrende Textbausteine, z. B. bei „Vogel des Jahres"-Listen
  • Infoboxen, die eine strukturierte Übersicht bieten

Im Quelltext werden Vorlagen mit doppelten geschweiften Klammern eingefügt: {{Vorlage|Parameter=Wert}}. Im Visual Editor geht es einfacher: Über das Plus-Symbol kannst du Vorlagen suchen und einfügen – passende Felder werden dir dann angezeigt.

Infoboxen: Strukturierte Übersichten

Infoboxen erscheinen oben rechts im Artikel und bieten eine schnelle Übersicht über zentrale Fakten – zum Beispiel Gründungsjahr, Sitz, Rechtsform oder Mitgliederzahl einer Organisation. Für Organisationen wird meist die Vorlage Infobox Organisation verwendet.

Infoboxen haben keine eigenen Quellenangaben, da sie Informationen wiederholen, die bereits im Artikel mit Belegen versehen sind. Im Visual Editor kannst du die Felder direkt ausfüllen – Name, Abkürzung, Rechtsform, Gründungsdatum, Logo, Webseite usw.

Hinweis: Daten werden in der Wikipedia außerhalb von Vorlagen immer vollständig ausgeschrieben (z. B. „1. April 2020" statt „01.04.2020"). Die Infobox ist eine der wenigen Stellen, an denen ein externer Link zur offiziellen Webseite direkt im Artikel erlaubt ist.

Kategorien: Die unsichtbare Struktur

Jeder Wikipedia-Artikel kann in verschiedene Kategorien einsortiert werden. Kategorien helfen dabei, ähnliche Artikel zu finden und Übersicht zu schaffen. Du findest sie ganz unten auf jeder Artikelseite.

Sie sind hierarchisch aufgebaut: Zum Beispiel gibt es die Kategorie „Organisation (Deutschland)", darunter „Hilfsorganisation" und darunter einzelne Organisationen. So kann man sich durch verwandte Themen bewegen.

  • Sie helfen Redakteurinnen und Redakteuren, Überblick zu behalten (z. B. alle Vereine in Niedersachsen)
  • Sie ermöglichen thematische Suchen (z. B. alle Organisationen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft)
  • Sie strukturieren die Wikipedia hinter den Kulissen

Im Visual Editor werden Kategorien ganz unten hinzugefügt. Es lohnt sich, bei ähnlichen Artikeln zu schauen, welche Kategorien dort verwendet werden – das gibt eine gute Orientierung.

Wikimedia Commons: Bilder und Medien

Wikimedia Commons ist die zentrale Plattform für alle Medien, die in der Wikipedia verwendet werden. Dort werden Bilder, Grafiken, Logos, Videos und PDFs hochgeladen – allerdings nur, wenn sie frei nutzbar sind.

Die zwei wichtigsten Lizenzen:

  • CC0 – komplett frei nutzbar, ohne Auflagen
  • CC BY – frei nutzbar, aber mit Namensnennung

Du darfst nur Medien hochladen, an denen du selbst die vollen Rechte hast – also z. B. eigene Fotos. Fremde Bilder (auch von Webseiten) sind in der Regel urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht einfach hochgeladen werden.

Logos hochladen: Ein Sonderfall

Logos beinhalten häufig Markenrechte – selbst wenn sie urheberrechtlich nicht geschützt sind. In der Wikipedia dürfen nur Logos hochgeladen werden, die keine eigene Schöpfungshöhe haben: Sie bestehen aus einfachen geometrischen Formen und Text, ohne kreative Eigenleistung.

Solche Logos benötigen zwei Hinweise:

  • Dass es sich um ein nicht urheberrechtlich geschütztes Werk handelt
  • Dass trotzdem Markenrechte bestehen können

Auf Commons gibt es dafür ein spezielles Formular, das die passenden Lizenzen automatisch hinzufügt. Bevorzugt wird das Vektorformat SVG.

Wikidata: Die strukturierte Datenbasis

Wikidata ist eine offene Datenbank für faktische Informationen hinter der Wikipedia. Hier werden Datenpunkte erfasst – zum Beispiel Gründungsjahr, Sitz, Mitarbeitendenzahl oder Spendeneinkommen einer Organisation.

  • Es gelten weniger strenge Relevanzkriterien als in der Wikipedia – jede Organisation hat hier ihren Platz
  • Es gibt weniger Probleme mit Befangenheit, da keine bewertenden Texte entstehen
  • Daten sind vollständig international – Sprachen spielen keine Rolle
  • Daten aus Wikidata werden teilweise automatisch in Wikipedia-Infoboxen übernommen

Aufgaben zum Vertiefen

  • Schau dir verschiedene Infoboxen von Organisationen an – vielleicht kannst du fehlende Felder ergänzen
  • Lade eigene Fotos auf Wikimedia Commons hoch, wenn du passendes Bildmaterial hast
  • Wirf einen Blick in die Liste „Stiftungen ohne Infobox" – vielleicht findest du dort einen Artikel, den du ergänzen kannst
  • Schau dir die Kategorie „Logos deutscher Organisationen" auf Commons an, um ein Gefühl für Logos ohne Schöpfungshöhe zu bekommen

Neue Artikel anlegen: Relevanz, Befangenheit und Vorgehen

Das Anlegen neuer Artikel ist die anspruchsvollste Aufgabe in der Wikipedia. Da die deutschsprachige Wikipedia bereits sehr umfangreich ist, wird jeder neue Artikel kritisch auf Relevanz und Qualität geprüft. Vor dem eigentlichen Anlegen solltest du daher zwei zentrale Themen verstehen: Relevanzkriterien und Befangenheit.

Relevanzkriterien: Was gehört in die Wikipedia?

Die Relevanzkriterien sind in der deutschsprachigen Wikipedia so etwas wie das Grundgesetz. Sie stellen sicher, dass nur Themen aufgenommen werden, die genug Substanz haben, damit verschiedene Autorinnen und Autoren daran arbeiten wollen. Es geht nicht um Speicherplatz, sondern darum, dass Artikel auch langfristig gepflegt werden können.

Ein zu kleines Nischenthema würde nur von einer einzigen Person geschrieben, nie aktualisiert und hätte keine neutralen Perspektiven. Deshalb gibt es für fast jeden Bereich eigene Relevanzkriterien.

Beispiele für Organisationen:

  • Stiftungen: Brauchen eine hauptamtliche Geschäftsführung und müssen in überregionalen Medien wahrgenommen worden sein.
  • Vereine: Benötigen überregionale Bedeutung und besondere mediale Aufmerksamkeit. Ausnahmen gibt es für traditionelle Vereine oder solche mit signifikanter Mitgliederzahl.

Falls für dein Thema nichts Spezifisches angegeben ist, gilt die allgemeine Regel: überregionale Relevanz und Berichterstattung in Medien (auch wissenschaftliche Publikationen zählen).

Wichtig: Wenn ein Artikel einmal wegen fehlender Relevanz gelöscht wurde, ist es sehr schwer, ihn später wieder anzulegen. Die Community diskutiert ungern zweimal über dasselbe Thema. Deshalb: Erst gründlich vorbereiten, dann anlegen.

Befangenheit: Nicht über die eigene Organisation schreiben

Wegen des Neutralitätsgebots solltest du keine Artikel über Organisationen schreiben, bei denen du angestellt bist oder in wichtigen Funktionen (z. B. Vorstand) tätig bist. Eigene Quellen oder „Ich weiß das, weil ich dabei war" sind nicht zulässig.

Konzentriere dich stattdessen auf Bereiche, in denen du Expertise hast, ohne direkt beteiligt zu sein. Wenn du etwas über deine eigene Organisation weißt, das in der Wikipedia fehlt oder falsch ist, hinterlasse einen Hinweis auf der Diskussionsseite – aber schreibe nicht selbst.

Offenlegungspflicht: Falls du doch an einem Artikel arbeitest, der dich persönlich betrifft, musst du das offenlegen – im Bearbeitungskommentar oder durch einen verifizierten Account. Organisationsaccounts können verifiziert werden, indem eine E-Mail von einer offiziellen Adresse geschickt wird. Mit einem solchen Account darfst du veraltete Daten aktualisieren (z. B. neuer Vorstand, geänderte Finanzzahlen), aber keine größeren inhaltlichen Änderungen vornehmen.

Einen neuen Artikel richtig anlegen

Neue Artikel bekommen die größte Aufmerksamkeit in der Wikipedia. Viele erfahrene Autorinnen und Autoren lassen sich benachrichtigen, wenn neue Seiten angelegt werden – und prüfen sie sofort kritisch. Wenn ein Artikel beim ersten Aufschlag nicht gut aussieht, wird er wahrscheinlich zur Löschung vorgeschlagen.

Deshalb solltest du den Artikel nicht direkt in der Wikipedia beginnen, sondern ihn in deinem eigenen Benutzernamensraum vorbereiten. Dort kannst du Unterseiten anlegen, die nur dir gehören, aber öffentlich sichtbar sind.

So legst du eine Unterseite an:

  • Gehe zu: wikipedia.org/wiki/Benutzer:DeinBenutzername/TitelDesNeueArtikel
  • Klicke auf „Erstellen" und arbeite den Artikel dort aus
  • Wenn er fertig ist, kopiere den Quelltext und füge ihn unter dem finalen Titel ein

Ein guter neuer Artikel sollte folgende Elemente enthalten:

  • Einen einleitenden Absatz, der das Thema definiert
  • Eine Infobox (falls zutreffend)
  • Mehrere Abschnitte mit Zwischenüberschriften (z. B. „Geschichte", „Organisation", „Arbeit")
  • Mindestens 3–5 hochwertige Quellen (wissenschaftliche Publikationen, überregionale Medien)
  • Interne Links zu verwandten Themen
  • Passende Kategorien (z. B. „Verein (Berlin)", „Hilfsorganisation")
  • Optional: Normdaten, Weblinks

Tipp: Die Relevanzkriterien sollten im Artikel indirekt erfüllt werden. Beispiele:

  • „Die Stiftung hat 56 Mitarbeitende und wird von Klaus Müller geleitet" → erfüllt das Kriterium der hauptamtlichen Geschäftsführung
  • „Der Verein ist bundesweit tätig" mit Quellenangabe aus der ZEIT → zeigt überregionale Bedeutung

Nach dem Anlegen: Beobachten und reagieren

Behalte einen neuen Artikel in den ersten Tagen auf deiner Beobachtungsliste im Auge. Falls jemand einen Löschantrag stellt, wird ein Baustein in den Artikel eingefügt und eine Diskussion gestartet. Diese läuft 7 Tage – genug Zeit, um sachlich auf der Grundlage der Relevanzkriterien zu argumentieren.

Langfristig aktiv bleiben

Das Wichtigste nach dem Einstieg: Dranbleiben. Nutze die Wikipedia nicht nur zum Lesen, sondern arbeite aktiv mit. Zwei bewährte Ansätze:

  • Spontan: Wenn dir beim Lesen etwas auffällt, das nicht stimmt oder fehlt – ändere es direkt
  • Systematisch: Wenn du ein Fachbuch oder eine Publikation durcharbeitest, prüfe, ob die Inhalte in der Wikipedia aktuell sind – und ergänze sie gegebenenfalls

Konzentriere dich vor allem darauf, bestehende Artikel zu verbessern – das ist oft wertvoller als das Anlegen neuer Artikel. Ergänze fehlende Perspektiven, aktualisiere veraltete Informationen, füge Belege hinzu.

Bei Fragen oder Problemen kannst du dich gerne an mich wenden.