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Facebook-Seite für NPOs: Der erste Schritt
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Facebook-Seite für NPOs: Der erste Schritt

Viele kleinere Vereine und Verbände gehen gerade ihre ersten Schritte auf Facebook. Da die ersten Entscheidungen in der Regel nicht wieder rückgängig gemacht werden können, aus gegebenem Anlass, hier eine kurze Anleitung für Anfänger. Auch wenn dies der erste Schritt auf Facebook ist, sollten dem ein paar Gedanken zu Zielen und Strategie vorangegangen sein.

Gruppe oder eigene Seite

Beispiel Fanseite für Verbände. Das Facebook-Wolfsprofil des NABU.

Beispiel Fanseite für Verbände. Das Facebook-Wolfsprofil des NABU.

Als erstes muss entschieden werden in welcher Weise die Organisation sich darstellen will. Facebook bietet Personenprofile, Gemeinschaftsseiten, Gruppen und Fanseiten (Pages). Für Organisationen kommen nur Pages und Gruppen in Frage (s.U.) wobei in den sprichwörtlichen 99% der Fälle eine Fanseite die richtige Wahl ist.

Gruppen eignen sich für die seltenen Fälle, in denen eine Gruppe möglichst unhierarchisch organisiert werden soll. Die Gruppenmitglieder sollten dabei eine so hohe Identifikation mit der Gruppe haben, dass sie aktiv mitdiskutieren und die Gruppenseite von alleine von Zeit zu Zeit aufsuchen.

Die Fanseite ermöglicht es einheitlich unter dem Namen der Seite zu kommunizieren und mit den einzelnen Beiträgen auch auf der Startseite der Fans zu erscheinen. Hiermit lässt sich in jedem Fall der größte Verbreitungsgrad eigener Nachrichten erzielen. Auch Pages erlauben Interaktion und Diskussion, wobei hier klar getrennt wird zwischen Beiträgen der Organisation und der Fans.

Seite anlegen

Um eine Seite anzulegen klickt man  unter der linke Spalte einer beliebigen anderen Seite auf „Seite erstellen“ um zum Formular zu gelangen. Dieser Schritt kann von einem beliebigen registrierten Benutzer unternommen werden. Administratoren sind später nicht öffentlich sichtbar!

Facebook Fanpage erstellen

Nach der Wahl von „Unternehmen, Organisation oder Institution“ gibt es verschiedene Kategorien wobei für Organisationen fast immer „Gemeinnützige Organisation“ passend ist. Eine genaue Übersicht aller Möglichkeiten und ihrer Auswirkungen findet sich auf facebookmarketing.de. Der Name der Seite ist besonders wichtig, weil unter ihm alle Posts geschrieben werden und die Seite in der Suche gefunden wird. Also noch einmal inne halten und überlegen. In der Regel kann man hier den Namen der Organisation ohne e.V. wählen. Hat ein Verein/Verband mehrere Ableger sollten die Namen einheitlich vergeben werden und z.B. bei Landesverbänden das Bundesland mit angegeben werden. Das war’s. Nun muss die Seite „nur noch“ eingerichtet, verbreitet und gepflegt werden.

Neben dem Namen der Seite gibt es auch noch die Möglichkeit eine eigene URL im Stil facebook.com/MeineSeite zu sichern. Das ist ab 25 Fans unter facebook.com/username möglich. Auch hier gilt es wieder zu beachten, dass der Schritt nicht rückgängig gemacht werden kann und ein einmal vergebener Name für immer weg ist!

Häufige Fehler vermeiden

Zum Abschluss noch einmal zwei häufige Fehler und warum man sie vermeiden sollte:

Fehler 1: Personenprofil

Oft wird für Organisationen ein Personenprofil wie für einen normalen Mensch angelegt. In der Regel passiert das, wenn die Administratoren nur diese Variante von Profilen kennen oder kein eigenes Profil haben. Es ist aus folgenden Gründen dringend davon abzuraten ein Personenprofil für eine Organisation anzulegen:

  • Es ist nicht erlaubt: Facebook untersagt es falschen persönlichen Informationen bei der Erstellung von Profilen anzugeben und es kann vorkommen, dass Facebook solche Profile löscht.
  • Kein Wachstum: Personenprofile können nur bis zu 5.000 Freunde haben.
  • Datenschutz: Freunde deiner Organisation geben dir Zugriff auf ihre persönlichen Profile und Beiträge. Du kannst alles sehen, was auch die Freunde zu sehen bekommen ohne, dass sich dies die Freunde der Organisation bewusst machen.
  • Sonderfunktionen: Eine Reihe von Sonderfunktionen wie eigenen Tabs im Profil sind nicht oder nur bedingt möglich.
  • Suche: Die Organisation erscheint in der Suche ungewollt anders als normale Organisationen.

Fehler 2: Gemeinschaftsseite (Community Page)

Erstellt man eine neue Seite wird in der linken Spalte recht deutlich die Möglichkeit einer Gemeinschaftsseite beworben. Ein zweiter Fehler ist es, aufgrund des wohlklingenden Namens eine Gemeinschaftsseite zu erstellen. Diese sollte eine Organisation auf folgenden Gründen auf keinen Fall wählen:

  • Reichweite: Beiträge von Gemeinschaftsseiten werden nicht auf der Startseite der Fans angezeigt. Die Wirkung der eigenen Beiträge verpufft damit sehr schnell.
  • Wachstum: Sollte eine Gemeinschaftsseite (wie z.B. Kann diese Brezel mehr Fans haben als…) erfolgreich sein und ein paar Tausend Fans bekommen, übergibt Facebook die Seite der Gemeinschaft. Mit anderen Worten enteignet sie die Organisation.

Mehr zum Thema gibt es in einem älteren Beitrag von mir: „Facebook im Nonprofit-Marketing„.

Andere Artikel aus der Serie „Facebook-Seite für NPOs“

  • Jona Hölderle,
  • Dezember 12, 2010

Kommentare

  • Jona, Februar 27, 2011 at 4:52 pm |

    Diese Welt ist zu schnelllebig für mich. Ich habe den Beitrag gerade das zweite mal geändert um mit Facebook Schritt zu halten.

  • Patrick, März 12, 2013 at 4:00 pm |

    Das habe ich nicht verstanden:

    „Wachstum: Sollte eine Gemeinschaftsseite (wie z.B. Kann diese Brezel mehr Fans haben als…) erfolgreich sein und ein paar Tausend Fans bekommen, übergibt Facebook die Seite der Gemeinschaft. Mit anderen Worten enteignet sie die Organisation.“

    Wäre für Erklärung (auch per mail) dankbar!

    Ansonsten sehr,sehr hilfreich!

  • Jona Hölderle, März 12, 2013 at 4:04 pm |

    Es gibt bestimmte Seiten, bei denen Facebook nicht davon ausgeht, dass sie einen „Besitzer“ haben, sondern der Community selber gehören. Das bedeutet aber nur, dass man beim Anlegen der Seiten einfach nicht unten Rechts klicken sollte…

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