- @uberlinblog Hey James, Looks interesting even for non-expats. Jona from the SMW Board Mehr »
- Ausgefeiert. Ende der #Blogparade. Social Media für die Bürgergesellschaft. Die Auswertung: http://t.co/JXdN9wkS Mehr »
- Unternehmen, die sich "positionieren" möchten, sollten dazu auch eine Position einnehmen. #quote #cluetrain #Nr23 Mehr »
Deutscher Fundraising Kongress 2012 – Online-Fundraising
In Blog, sozialmarketing.de von Jona Hölderle am April 23, 2012 | Kommentarlos
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf sozialmarketing.de veröffentlicht!
Nachdem meine Kollegen Thilo, Jörg und Maik schon etwas über den Deutschen Fundraising Kongress 2012 geschrieben haben, hier nun Recap IV. Allerdings möchte ich ein einzelnes Thema herausgreifen.
Wie wichtig ist Online im Fundraising?
Viele Gespräche die ich auf dem Kongress geführt habe gingen um die Frage nach der Relevanz von Online im Fundraising. Von Sascha Lobos Worten begeisterte Menschen haben mich dabei ebenso angesprochen, wie genervte Fundraiser die mehr Zahlen sehen wollen und so lange Online nicht ernstnehmen, wie die Einnahmen noch keinen Großteil der Budgets ausmachen.
Im Programm des Kongresses ist Online-Fundraising dabei nicht mehr einer von vielen Trends, sondern hat schon länger eine eigene Programmschiene. Zusätzlich wurde das Thema dieses Jahr mit der Keynote “Friendraising – Online-Engagement zwischen Like-Button und Geld-Spende” aufgegriffen. Sogar die Fundraising Innovation des Jahres ging an die Onliner von Altruja, die Firmenspenden ins Netz bringen.
Nicht alle Workshops und Seminare haben sich dabei mit Fundraising im engeren Sinne befasst. Während mir als “Onliner” dieser breite Ansatz sehr zusagt, mag das den ein oder anderen Fundraiser befremden. Hat Sascha Lobo Fundraising überhaupt erwähnt? Sind die tollen Online-Kampagnen vom Workshop am Mittwoch wirklich zum Fundraising geeignet? Und was geht einen Fundraiser die Krisenkommunikation an, die Jörg vorgestellt hat?
Viele Online-Marketing-Menschen sehen sich mehr als Onliner denn als Fundraiser. Deshalb kommt vielleicht die Kernfrage etwas zu kurz: Warum sind all diese Online-Aktivitäten wichtig für NGOs und das Fundraising allgemein?
Online als Zukunft
Online ist die Zukunft des Fundraisings. Aber die Zukunft kommt nicht so schnell wie wir immer erwarten und sie löst die “alten Wahrheiten” nicht ab, sondern erweitert sie.
Noch immer sind Erträge, aber auch Investitionen im Online-Fundraising vergleichsweise gering. Es mag dabei einen Zusammenhang geben. Zwar wächst der prozentuale Anteil der Online erzielten Einnahmen in fast allen Organisationen, aber mit Großspenden, Mailings und Firmenkooperationen kann man sich meist noch nicht messen. Es gibt zwei Ausnahmen. 1. Kleine Organisationen, die erst gar kein klassisches Fundraising aufgebaut haben und gleich online starten. 2. Große, kreative Organisationen wie z.B. Oxfam oder Aktion Deutschland Hilft, die auch in diesem Bereich ernsthaft investieren. Ganz zu schweigen von Wikimedia bei denen nahezu alle Einnahmen aus dem Online-Fundraising kommen.
In fast allen Organisationen läuft Online-Fundraising aber noch nebenbei. Nur wenig Teilnehmer des Kongresses sind reine Online-Fundraiser. Hinzu kommt, dass Online oft gar nicht im Fundraising angesiedelt ist, sondern aus einer anderen Abteilung geführt wird. Es gibt vielleicht keinen Innovationsstau, aber definitiv einen Umsetzungsstau bei neuen Instrumenten. Es ist sehr schnell kompliziert geworden Online-Marketing professionell zu machen. Wer ist heute schon Experte im Suchmaschinenmarketing, Social Media, E-Mail-Marketing und Conversion-Optimierung?
Und wenn es Online-Fundraising einmal gibt, gilt es die verschiedenen Fundraising-Maßnahmen miteinander zu verknüpfen. Nur weil die erste Spende online war, bedeutet das nicht, dass der Spender keinen Wert auf persönlichen Kontakt legt und die klassischen Fundraising-Wahrheiten außer Kraft gesetzt werden.
Aus meiner Sicht sollten Organisationen deshalb jetzt investieren und ihren Online-Bereich ausbauen. Aber sie sollten dabei nicht vergessen, dass es sich um Investitionen in die Zukunft handelt, die sich nicht immer sofort rentieren. Das ist in anderen Fundraising-Bereichen ja auch schon angekommen.
Online als Basis
Der zweite wichtige Grund Online auch im Fundraising zu beachten ist der Online-Kontakt als Grundlage des Fundraising. Dies gilt insbesondere für soziale Medien die intensiven Kontakt bedeuten, direkt betrachtet aber häufig einen schlechten ROI haben.
Online-Maßnahmen bieten die Möglichkeit neue Menschen zu erreichen und sie langsam an die Organisation heranzuführen. Das kann die Hürde senken eine Organisation zu unterstützen. Viel zu häufig soll der Weg direkt vom Spendenaufruf zur Spende führen. Gibt es aber vorher noch keinen Kontakt zu Organisation und Thema ist dies schwierig. Online können wir diesen Kontakt aufbauen und den Spender erst von unserer Arbeit überzeugen, bevor die erste Spende eintrifft. Es gilt positives Karma aufzubauen.
Beim aktuellen Spender- und Mitgliederbestand der großen Organisationen wird Online noch lange nur einen kleinen Teil der Einnahmen ausmachen. Wie kommen aber neue Menschen in die bestehenden Pools? Hier wird Online schon bald die wichtigste Quelle für Neuspender sein.
Der GfK Charity-Scope hat gerade veröffentlicht, dass 53 % der Befragten unsicher sind, welchen Organisationen sie vertrauen können. Dieses Vertrauen gilt es aufzubauen und nirgendwo ist das leichter als in einer ständigen Kommunikation auf Augenhöhe im Internet. Nirgendwo können wir eine so hohe, persönliche Kontaktzahlen erreichen wie in sozialen Medien. Wenn wir es schaffen Vertrauen herzustellen, ist es egal auf welchem Wege die Konvertierung zur Spende anschließend geschieht.
Eine Session auf dem Kongress hieß “Design Fundraising Future 2025 ?!”. Ich wünsche mir, dass der Begriff Online-Fundraising bis 2025 ausgestorben ist. Online ist ein Medium, es macht langfristig keinen Sinn, Fundraising nach dem jeweiligen Medium zu unterteilen. Wir brauchen die technischen Mittel, aber wir müssen uns darauf konzentrieren was wir kommunizieren und wie wir um Hilfe bitten!
3 Gründe für Social Media in der Bürgergesellschaft
In Blog, sozialmarketing.de von Jona Hölderle am April 16, 2012 | Kommentarlos
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf sozialmarketing.de veröffentlicht!
Dieser Artikel ist ein Beitrag zur aktuellen Blogparade Social Media für die Bürgergesellschaft. In Ihrem Aufruf zur Teilnahme fragen die Initiatoren: “Wie steht es um die Nutzung von Social Media in gemeinnützigen Organisationen?” Ich möchte die Frage leicht erweitern und fragen: Warum sollte die Bürgergesellschaft soziale Medien nutzen?
Zivilgesellschaftliche Organisationen sind umringt von großen und kleinen Hürden. Auch wenn die Selbstwahrnehmung oft anders ist, wird interessierten Bürgern der Einstieg oft schwer gemacht. Dies liegt zum Teil in der Natur der Organisationen, die sich über Abgrenzungen als etwas besonderes definieren, schreckt aber oft auch die eigene Zielgruppe ab.

Der Einstieg in eine Organisation ist nicht immer einfach.
Vereine und Verbände werden wie Firmen und Institutionen oft als eine geschlossene Einheit betrachtet, zu der man selber nicht gehört. Selbst viele Mitglieder sprechen von der eigenen Organisation in der dritten Person. Dabei haben sie die größte Hürde schon genommen. Aber wird aus einem interessierten Menschen auch automatisch ein Mitglied einer Organisation?
Jede Vereinswebsite bietet die Möglichkeit sich ein Mitgliedsformular herunterzuladen. Anschließend kann man auf Versammlungen kommen und aktiv am Vereinsleben teilnehmen. Für Vereinsaktive, die seit ihrer Jugend Mitglieder in Vereinen sind, mag das keine große Hürde sein, aber um mit Robert Putnam zu sprechen: “Kids today just aren’t joiners”.* Es gibt vielfältige Hinweise darauf, dass jüngere Menschen sich heute „nicht mehr ohne weiteres in herkömmliche hierarchische Strukturen einfügen wollen, dass sie sich Bewegungsfreiheit und Selbstständigkeit, aber auch Verzicht auf Formalien wünschen, dass sie sich so wie sie sind ‘einbringen’ wollen und dass sie in erster Linie für Tätigkeiten zu haben sind, bei denen offenkundig ist, dass sie ihnen selbst und anderen etwas ‘bringen’.“**
Gemeinnützige Organisationen müssen sich überlegen, wie sie die eigenen Strukturen öffnen und zwischen Interesse und Mitgliedschaft viele kleine Schritte der Beteiligung schaffen. Sie müssen sich von dem Anspruch lösen, Engagierte exklusiv und für immer zu halten und mehr Fluktuation ermöglichen. Denn das Interesse an ehrenamtlichem Engagement und Beteiligung hat nicht abgenommen!
Bei dieser Öffnung können soziale Medien auf drei Ebenen helfen:
Transparenz
Soziale Medien schaffen Transparenz oder bieten zumindest die Möglichkeit dazu. Richtig gemacht ist Social Media so etwas wie der Tag der offenen Tür an 365 366 Tagen im Jahr. Interessierte bekommen einen Einblick in die Arbeit und die Funktionsweise der Organisation und sie bilden sich eine Meinung ob sie das gut finden oder nicht. Dabei beruht die Transparenz nicht nur auf Zahlen, sondern auf der Möglichkeit Einblicke zu bekommen und Nachfragen zu stellen.

Je mehr Transparenz, desto mehr Vertrauen wird geschaffen. Je mehr Vertrauen, desto geringer das Bedürfnis nach Transparenz.
Kommunikation
Soziale Medien ermöglichen eine Kommunikation mit Interessierten. Neben der klassischen, eher wenig zielgerichteten Pressearbeit bieten soziale Medien die Möglichkeit eine Kommunikationsstruktur mit Interessierten aufzubauen und diese mehrmals zu erreichen. Dies lässt sich auch mit Newslettern erreichen, doch bieten soziale Medien zwei zusätzliche Vorteile. Die Kommunikation ist nicht mehr einseitig und baut dadurch weniger Hürden auf. Es ist möglich direkt auf Beiträge zu reagieren oder diese zu initiieren. Zudem gibt es einfachere Verbreitungseffekte. Followen und Fan sein ist öffentlich, durch jede Interaktion haben Organisationen die Chance nicht nur ihre bestehenden Kontakte zu erreichen, sondern auch in deren Netzwerk Spuren zu hinterlassen.
Vernetzung
Soziale Medien sind mehr als Dialog mit Interessierten. Soziale Medien ermöglichen es, die Adressaten auch untereinander zu vernetzen. Dadurch können soziale Medien selber soziales Kapital entwickeln und zum Inkubator neuer Aktionen reifen. Dadurch wird der Flaschenhals einer zentralen Organisation umgangen, in der jede Vernetzung über eine zentrale Stelle stattfindet. Dies ist insbesondere für kleine, flexible Aktionen wie Microvolunteering wichtig um den Aufwand gering zu halten.
Sicherlich gibt es noch viele Gründe für mehr Social Media für die Bürgergesellschaft. Zu nennen wären da Fundraising, Markenaufbau und SEO. Und auch echte Mitbestimmung lässt sich über soziale Medien organisieren. Die Basis dessen ist aber eine offene Kommunikation auf Augenhöhe.
* PUTNAM, Robert: Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community. Simon & Schuster, 2000 S. 15
** KLAGES, Helmut: Die Deutschen – Ein Volk von ’Ehrenämtlern’? Ergebnisse einer Bundesweiten Studie. In: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen 2 (2000), Nr. 13, S. 45
Die Basis fehlt!
In Blog, Bürger & Freunde von Jona Hölderle am March 26, 2012 | Kommentarlos
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Bürger & Freunde veröffentlicht!
Wir reden im eGovernment viel über Beteiligung, doch die Basis hierfür fehlt! Warum soziale Medien langfristig helfen können, Beteiligung zu ermöglichen. Ein Kommentar.
Effizienz der Verwaltung und Beteiligung der Bürger sind die großen Schlagwörter im Bereich der Verwaltungsmodernisierung.[1] Beteiligung soll die Zufriedenheit mit dem Verwaltungshandeln steigern und Legitimation für Entscheidungen liefern. Aber wir erwarten zu viel, wenn die Öffnung der Verwaltung gleich mit komplexen Beteiligungsprozessen zum Stadtumbau oder mit einem Bürgerhaushalt beginnen. Die Basis hierfür fehlt. Noch gibt es kaum funktionierende Kommunikations- und Informationssysteme zwischen Verwaltung und Bürgern. Es genügt nicht, bisher unbeteiligte Bürger aus dem Nichts mit einem Verwaltungsschreiben einzuladen oder mit Plakaten im Stadtgebiet zur Beteiligung zu animieren. Für erfolgreiche Beteiligung muss bereits vorher eine Kommunikation auf Augenhöhe etabliert sein. Ich nenne es das „Grundrauschen“.
Gute Beteiligungsverfahren existieren
Es gibt bereits seriöse, wirklich ernst gemeinte Beteiligungsverfahren. Diese sind zum Teil technisch gut durchdacht und haben ein ernsthaftes Anliegen. Die Kritik der reinen Feigenblattfunktion läuft immer öfter ins Leere. Dennoch nehmen am Ende nur sehr wenige Menschen diese Möglichkeit wahr. Oft sind es dann auch dieselben Personen, die sich auch im sonstigen Geschehen vor Ort aktiv einbringen: Mitglieder von Bürgerinitiativen, engagierte Einzelkämpfer und lokale Parteifunktionäre. Trotz guter Ergebnisse hinterlassen Beteiligungsverfahren in der Verwaltung oft das dumpfe Gefühl, dass sich der Aufwand nicht unbedingt gelohnt hat.
Beteiligung beginnt mit Kommunikation
Aber die Erwartungen sind zu hoch gegriffen. Nicht jeder Bürger will sich einbringen.[2] Um möglichst viele Menschen zu beteiligen, müssen wir die Basis der Beteiligung stärken und Engagement mit unterschiedlicher Intensität ermöglichen. Zur Verdeutlichung soll hier eine Beteiligungspyramide dienen. Den Grundstock bilden Information und eine Kommunikation auf Augenhöhe. Anschließend können die unterschiedlichen Stakeholder miteinander vernetzt werden. Erst mit diesem Fundament ist eine breite Konsultation oder gar Beteiligung möglich.
Beteiligung ist Aufwand für den Bürger

Je mehr Beteiligungsmöglichkeiten vorhanden sind, desto mehr Vertrauen wird geschaffen. Je mehr Vertrauen vorhanden ist, desto geringer das Bedürfnis nach Beteiligung.
Trotz alledem müssen wir uns bewusst machen, dass wirkliche Beteiligung nur in den seltensten Fällen große Bevölkerungsanteile erreicht. Beteiligung bedeutet auch für den Bürger einen großen Aufwand. Diesem Aufwand müssen eigene Vorteile gegenüber stehen. Nicht jeder möchte sich zum Beispiel mit dem Thema Kinderbetreuung auseinandersetzen; für junge Eltern ist dieses Thema aber hochrelevant. Eine wichtige Funktion der Beteiligung ist die Möglichkeit daran teilzunehmen, wenn man es möchte. Dafür müssen die Hürden möglichst gering sein und es muss breite Informations- und Kommunikationsangebote geben.[3] Beteiligungsmöglichkeiten können Vertrauen in Verwaltungshandeln schaffen. Aber je höher das Vertrauen ist, desto geringer wird auch das Bedürfnis sich selber zu beteiligen.
Soziale Medien als Basis
Um eine anhaltende Kommunikation mit den Bürgern („Grundrauschen“) zu erreichen bietet das Internet eine Vielzahl an Möglichkeiten. Ihnen allen gemein ist, dass viele Menschen kostengünstig erreich werden und diese freiwillig in die Kommunikation ein- und aussteigen können.
Neben E-Mail-Benachrichtigungen und anderen Online-Informationsdiensten sind soziale Medien besonders gut geeignet, um Bürger thematisch zu binden und eine Kommunikation auf selber Ebene aufzubauen. Dabei muss hier noch gar keine formelle Beteiligung stattfinden. Auch große Profile wie etwa bei den Millionenstädten Berlin, Hamburg, München und Köln haben ihre Berechtigung. Sie erreichen viele Menschen und können diese authentisch auf eventuelle Beteiligungsangebote aufmerksam machen.
Fazit
Die Werkzeuge sind da, nutzen wir sie! Aber die Einführung von mehr Beteiligung ist ein langer Prozess. Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir diesen als zu einfach darstellen. Bevor Beteiligung wirklich funktioniert, bedarf es einer Kommunikation auf Augenhöhe und einer Transparenz, die nicht nur auf Zahlen beruht. Neue soziale Funktionen, egal ob in externen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co oder auf eigenen Plattformen wir FixMyStreet oder Frag den Staat, sollten ein Ansatzpunkt sein. Noch fehlt hier Erfahrung und Kompetenz,[4] aber der Anfang ist nah!
Fußnoten:
Der Kommentar “Die Basis fehlt!” wurde uf der Seite des Government 2.0 Netzwerk Deutschland veröffentlicht.
[1] Fast alle Bürgerinnen und Bürger würden eine offenere Gestaltung von Politik und Verwaltung sowie eine intensivere Einbeziehung – und damit wesentliche Elemente von Open Government – begrüßen (61% sehr begrüßen, 35% begrüßen). Studie Open Government – Demokratie neu erleben 2012 S.4
[2] Bislang haben sich 7 % der Bürgerinnen und Bürger an politischen Entscheidungen im Internet beteiligt. 35 % können sich dies zukünftig vorstellen. 54 % der Bundesbürger haben daran kein Interesse. SAS Open Data/Open Government Monitor 2012 S.10
[3] Bürger haben zu Behörden deutlich seltener Kontakt als beispielsweise zu ihrer Bank. Somit fehlt auch die Routine und Erfahrung im Umgang mit Verwaltungsverfahren. eGovernment MONITOR 2011 S.8
[4] In Behörden/Politik existiert signifikant weniger Social-Media-Kompetenz als in anderen Organisationen. Social Media Governance 2011 – Uni Leipzig/Fink&Fuchs S. 29
Mein Setup für kostenloses Social-Media-Monitoring
In Blog, sozialmarketing.de von Jona Hölderle am March 20, 2012 | Kommentarlos
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf sozialmarketing.de veröffentlicht!
Social-Media-Monitoring ist wichtig und muss doch aufgrund mangelnder Ressourcen meist nebenbei laufen. Monitoring hilt einen Überblick über die eigenen Themen in sozialen Medien zu erlangen. So lässt sich besser interagieren (und in Krisen auch einmal reagieren).
Wer nicht auf teure Anbieter zurückgreift ist auf eine Kombination verschiedener kostenloser Dienste angewiesen. In diesem Beitrag stelle ich mein ganz persönliches Setup dar, um zu Erfahren, was über meine Themen und Organisationen in sozialen Medien geredet wird.
RSS als Basis
Als Basis für das Monitoring verwende ich RSS. RSS ermöglicht es Aktualisierungen von verschiedenen Websites zu abonnieren und in einem eigenen Programm zu bündeln. Ich nutze netvibes als RSS-Reader, aber es gibt auch viele andere Dienste. Auch manche Browser und E-Mail-Programme bieten eine Möglichkeit RSS-Feeds auszulesen. Der RSS Reader ermöglicht es mir, verschiedene Dienste an einer Stelle zu bündeln.
Bei allen hier vorgestellten Diensten lohnt es sich, nicht nur den Namen der eigenen Organisation mit ins Monitoring aufzunehmen, sondern auch Suchwörter für die Kernthemen oder unterschiedliche Schreibweisen der Organisation.
Um über neue Blogposts oder andere Artikel informiert zu werden, benutze ich als Basis Google Alerts. Dieser Dienst bietet auch eine E-Mail-Benachrichtigung an, aber ich bevorzuge den RSS Feed, den man als angemeldeter Benutzer bekommt. Socialmention wäre eine Alternative. Nach meiner Erfahrung findet dieser Dienst mehr, aber leider auch mehr unpassendes, was gerade bei Suchbegriffen, die in mehreren Sprachen Verwendung finden unangenehm ist.
Zusätzlich abonniere ich alle interessanten Blogs und Websites direkt als RSS-Feed und sortiere diese nach Themen. So ergeben sich Anknüpfungspunkte für interessante Diskussionen und ich behalte den Überblick über meine Themen.
Ein Monitoring auf Facebook ist schwierig, weil hier nicht alle Beiträge öffentlich einsehbar sind und Facebook selber wenig Monitoring-Möglichkeiten anbietet. Um zumindest bei den öffentlichen Beiträgen einen Eindruck mitzubekommen, wo und wie meine Themen diskutiert werden, benutze ich den RSS-Feed von kurrently. Alternativ dazu gibt es quirk.li, die mir persönlich aber von der Bedienung nicht zusprechen.
Genauso wichtig ist es aber, auch auf Facebook selber Menschen und Seiten die über meine Themen berichten zu folgen. Daraus ergibt sich ein Monitoring in Facebook selber, indem die wichtigsten Themen im eigenen Newsstream landen. Um hier einen besseren Überblick zu behalten, kann man für einzelne Themen eine eigene Liste erstellen, wie z.B. diese öffentliche Liste von NABU-Seiten auf Facebook.
Wirklich wichtig finde ich das Thema Monitoring auf Twitter, da hier die Möglichkeit besteht auch mit Benutzern, zu denen noch kein Kontakt besteht, zu interagieren. Hier benutze ich als Basis das alte Tweetdeck, die neue Version von Twitter gefällt mir leider nicht. Eine passende Alternative wäre Hootsuite, aber es gibt eine ganze Reihe von Twitter-Apps für alle Betriebssysteme und Geräte. Neben dem eigenen Stream, dem Stream der Freunde (nach Gruppen) und den Interaktionen (Retweets, Replies und Mentions) kann man hier auch einzelne Suchen angeben. Bei der Suche lohnt es sich, immer auch noch ausschließende Keywords einzugeben um z.B. beim Thema Wölfe nicht zu viel über Fußball zu lernen.
Altenativ zum twitterinternen Monitoring gibt es mit Topsy wieder einen Dienst der RSS-Feeds anbietet. Alternativ kann Kurrently auch Twitter. Twitter selber bietet bei der Suche auch RSS-Feeds, erschwert die Zugänglichkeit des Angebots aber mittlerweile.
Software-Lösungen im Social-Media-Management
In Blog, Pluragraph von Jona Hölderle am March 14, 2012 | 1 Kommentar
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf pluragraph.de veröffentlicht!
Seit Jahren betreuen wir Social-Media-Profile und beraten gemeinnützige Organisationen und staatliche Institutionen. Nun haben wir uns gefragt, mit welchen Tools Firmen und NGOs eigentlich arbeiten. Ähnlich wie beim Thema Social-Media-Monitoring gibt es hier ein große Unterschiede. Auf der einen Seite gibt es teure Software für große Firmen und Agenturen, auf der anderen Seite kleine kostenlose Tools mit beschränkter Funktionalität.
In der Regel ist es möglich, die Social-Media-Accounts direkt auf der jeweiligen Plattform wie Facebook, Twitter und Co zu managen. Jedoch gibt es hier einige Einschränkungen, insbesondere was die Benutzung der Accounts mit mehreren Mitarbeitern betrifft:
- Beiträge können nicht unterschiedlichen Mitarbeitern zugeordnet werden
- Beiträge können nicht vorgeschrieben und in der Zukunft veröffentlicht werden
- Eine Abnahme von Beiträgen ist nicht möglich…
Zudem sind die Verwaltungstools der sozialen Netzwerke ganz unterschiedlich in der Bedienung und funktionieren immer nur für einen einzelnen Account.
Wir haben eine kleine nicht-repräsentative Umfrage gemacht. Von den 42 Teilnehmern kamen etwas mehr als die Hälfte auf NGOs, 20% aus Firmen und ein paar Teilnehmer arbeiten für staatliche Institutionen oder einzelne Projekte. Fast alle Teilnehmer arbeiten in einer hauptamtlichen Struktur, die Hälfte der Organisationen hat mehr als 50 Mitarbeiter.
Facebook ist dabei das klare Hauptnetzwerk der Teilnehmer, dicht gefolgt von Twitter. Aber auch Google+ wird schon von über 20 Organisationen genutzt. Die VZ-Netzwerke spielen hingegen kaum mehr eine Rolle.
Im Durchschnitt haben drei Kollegen Zugriff auf die Profile und sind auch berechtigt eigene Beiträge zu posten. Einen richtigen Abnahmeprozess gibt es bei 20% der Social-Media-Beauftragten
Planung
Die Planung neuer Beiträge wird überwiegend mit eigenen Mitteln durchgeführt. Diese können von einer Person alleine getätigt oder kollaborativ genutzt werden. Ein Drittel verwenden Textdateien oder Zettel und Stift, ein Drittel geben an mit geteilten Dokumenten oder Kalendern zu arbeiten.
Hinzu kommen etwa 20% die ihre Beiträge nicht im Voraus planen. Jeder fünfte Befragte entscheidet also situativ was und vor allem mit welchem Ziel er gerade postet.
Lediglich ein paar Organisationen nutzen spezielle Software. Hierfür werden TweetDeck, HootSuite, SocialBro & CoTweet verwendet. Auch wenn Dienste wie TweetDeck einige Facebook-Funktionen anbieten konzentrieren sich alle genannten Dienste auf Twitter.
Posting

Welche Software nutzen Sie zum posten neuer Beiträge? An erster Stelle stehen die Platformen wie Facebook, Twitter und Co selber. Insbesondere auf Facebook wird nur selten mit extern Werkzeugen gepostet.
Die Software-Auswahl zum posten der Beiträge ist umfangreicher. Hier werden nicht mal in der Hälfte aller Fälle die Websites der einzelnen Social-Media-Dienste genommen. Insbesondere Twitter wird hauptsächlich von TweetDeck, HootSuite & CoTweet gesteuert. Bedauerlicherweise wird die kostenlose Version von CoTweet eingestellt.
Zusätzlich werden verschiedene kostenpflichtige Tools verwendet (jeweils eine Organisation): Wildfire, SproutSocial, dlvr.it, twitterfeed, radian6 und echofon. Sogar ein eigenes Perl-Script kommt zum Einsatz.
Zufriedenheit
Gefragt nach der Zufriedenheit zeigt sich, dass ein Drittel Handlungsbedarf am eigenen Setup sieht, ein anderes Drittel nicht zufrieden ist, aber auch keinen Handlungsbedarf sieht und das letzte Drittel zufrieden bis sehr zufrieden ist. Mehr als zwei Drittel aller Befragten wünscht sich also (insgeheim) bessere Lösungen für das Social-Media-Management ihrer Organisation, der Markt bietet dies aber bisher nicht.
Dabei ist die Zufriedenheit mit der Planung und Auswertung deutlich geringer als mit dem Posting-Prozess selber. Dieser wird von den Plattformen zufriedenstellend ermöglicht. Während das Setup bei Twitter insgesamt gut ist, fehlt den Teilnehmenden eine einfache Bearbeitungsmöglichkeit bei Facebook. Gewünscht werden Planungstools und eine einfachere Nachvollziehbarkeit wer etwas gepostet hat.
Bei der Auswertung auf den Plattformen ist niemand zufrieden, es gibt aber auch wenige Organisationen die ganz unglücklich sind. Aus den Einzelrückmeldungen geht hervor, dass die Möglichkeiten gut sind, aber der Zeitaufwand noch zu hoch ist.
Fazit
Tools die eine Planung auch von Facebook-Postings anbieten, haben sich auf dem deutschen Markt noch nicht etabliert, bzw. sind zu teuer. Eine ordentliche Linkvorschau wird erst bei den teureren Tools geboten. Zudem genügt es nicht mehr ein Tool für eine Plattform anzubieten.
Auch wenn es hier um soziale Medien geht, ist die kollaborative Bearbeitung noch schwierig. Die Plattformen bieten zwar die Möglichkeit mehrerer Autoren, gemeinsam arbeiten können diese nicht. Oft ist nicht nachvollziehbar wer gerade etwas geschrieben hat. Hierarchische Organisationen bei denen ein Beitrag noch einmal z.B. vom Pressesprecher abgenommen werden muss, haben zur Zeit kein brauchbares Tool um den Abstimmungsprozess zu vereinfachen und somit zu beschleunigen.
Insgesamt zeigt sich ein Bild in dem bei den Tools im Social-Media-Management noch wenig Wert auf Planung und Gruppenfunktionen gelegt wird. Hier würde ein geeignetes Tool auch dazu beitragen das Social-Media-Management zu professionalisieren. Das umfangreiche Feedback auf unsere Umfrage hat uns sehr gefreut und unsere eigenen Erfahrungen zum Teil bestätigt. Vielleicht können wir ja einen Teilbereich der gewünschten Funktionen zur Planung und Auswertung, mit Pluragraph oder einer eigenen Software, in Zukunft abdecken. In jedem Fall werden wir das Feedback in unsere künftige Planung mit aufnehmen. Weitere Anregungen und Hinweise sind immer willkommen.






